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20170309 brodbeck karlDie Gratulanten gaben sich im Haus in der Wertinger Fritz-Carry-Straße die Klinke in die Hand: sie alle gratulierten Karl Brodbeck zu seinem 100. Geburtstag. Diejenigen, die den Senior noch aus früheren Zeiten kennen, beschreiben ihn als, „seriös, freundlich, hilfsbereit, nie launisch und von einer tiefen Zufriedenheit geprägt“.

Der Jubilar erklärt diese Zufriedenheit durch das gute Miteinander mit seiner Frau Wiltrudis, der Freude an der Gartenarbeit, den vielen schönen Bergwanderungen in Südtirol und den Radtouren durchs Wertinger Hinterland.

Wie man sich aber denken kann, hat Karl Brodbeck in seinen 100 Jahren Leben nicht nur Schönes erlebt. Geboren am 25. Februar 1917 während des Ersten Weltkriegs (1914 - 1918), wuchs Karl Brodbeck mit drei Brüdern und zwei Schwestern in Mering auf. Er lernte nach der Schulzeit den Beruf des Bäckers, den er bis ins Jahr 1937 auch ausüben konnte. Dann wurde er von der damals amtierenden Hitlerregierung in den Arbeitsdienst einberufen, ein Jahr später folgte der Wehrdienst bei den Panzerjägern. Mit Beginn des Krieges 1939 musste er sogleich am Feldzug nach Polen teilnehmen, ein Jahr später am Frankreichfeldzug und von 1941 - 1945 kämpfte er in Russland. Zweimal geriet Karl Brodbeck in Gefangenschaft, das erste Mal bereits am Ende des Krieges in Frankreich, von wo aus er auf abenteuerliche Weise zurück nach Deutschland fliehen konnte, um dann später erneut durch die US-Truppen bei Augsburg gefasst zu werden. 1946 kam er aus der Gefangenschaft frei und konnte endlich in Wertingen seine Ehefrau Wiltrudis wieder in die Arme schließen. Die beiden lernten sich bereits 1940 nach dem Feldzug nach Frankreich kennen, da Brodbecks Kompanie zu dieser Zeit in Wertingen einquartiert war. Zwischen all den Kriegswirren feierten die zwei zuerst 1942 Verlobung und trotzten erneut dem Krieg mit ihrer Hochzeit 1944 in der Wertinger Kirche. Zwei Jahre nach seiner Rückkehr im Jahr 1946 durfte sich das Paar über die Geburt des einzigen Sohnes Karl-Heinz freuen. In diesen Jahren begann er auch seine Arbeit im Landratsamt, das zu dieser Zeit noch in Wertingen angesiedelt war. Danach startete Brodbeck seine Tätigkeit als Lagerleiter und Leiter des Omnibusbetriebes bei der Firma Rudhart. Dem Unternehmen blieb der heute Hundertjährige bis zum Renteneintritt im Jahr treu.

Seine Freizeit widmete Karl Brodbeck ganz seiner Familie. 1960 konnte das eigene Heim bezogen werden, wo er sich dann auch mit viel Liebe dem Garten widmete. Im März 2008 verstarb seine Ehefrau, die er bis zu ihrem Tod drei Jahre selbst Zuhause pflegte. Trotz gesundheitlicher Beschwerden - in jüngster Zeit hat er drei Hüftoperationen mitsamt einer doppelseitige Lungenentzündung überstanden - begrüßte Brodbeck an seinem Geburtstag gelassen die vielen Besucher und freute sich über die zahlreichen Glückwünsche. Zu den Gratulanten gehörten neben Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier, dem stellverstretenden Landrat Alfred Schneid sowie Stadt- und Bezirksrat Dr. Johann Popp auch prominente Verwandtschaft: die Schauspieler Fritz und Elmar Wepper ließen es sich nicht nehmen, dem Hundertjährigen Onkel Karl ihre persönliche Aufwartung zu machen.