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20180326 azubi aus syrien„Hier bin ich wie ein Deutscher“, sagt Yazan Altahan, 22 Jahre jung und seit zwei Jahren in Wertingen ansässig. Geboren ist der junge Mann in Syrien. Er flüchtete wie so viele vor dem drohenden Einsatz in einem Krieg, den er ablehnt.

„Mein Elternhaus ist ein sehr liberales, meine Eltern arbeiten in der Medizin, ich hatte in Damaskus eine eigene Wohnung und auch ein Auto.“ Das alles, seine Familie und seine junge Frau ließ Altahan zurück und floh auf gefährlichen Wegen von Syrien bis nach Deutschland. „Hier in Wertingen haben mich die Menschen von der Flüchtlingshilfe erst mal aufgefangen, mich mit einer afghanischen Familie zusammen in einer Wohnung untergebracht, wo ich wenigstens mein eigenes Zimmer habe.“ Auch seinem Ausbilder und Arbeitgeber, dem Friseurmeister Helmut Dunkl ist der sympathische junge Mann dankbar. In Syrien studierte er nach eigenen Angaben Kunst, habe aber bereits in Damaskus Erfahrungen im Barbier- und Friseurgeschäft gemacht.

Wird sein derzeitiger Aufenthaltsstatus verlängert, sieht Altahan seine Zukunft in Deutschland: „Ich möchte hier fertig studieren und als zweites Standbein weiter im Friseurgeschäft arbeiten.“ Seinen größten Wunsch formuliert er mit den Worten: „Eine eigene Wohnung wäre mein Traum, erst recht, sollte auch meine junge Frau ein Aufenthaltsrecht in Deutschland bekommen.“ Für diese Wünsche hat sein Ausbilder und Arbeitgeber zwar Verständnis, doch Helmut Dunkl vom gleichnamigen Friseurgeschäft in Wertingen und Dillingen weiß auch um die Schwierigkeiten, die eine gelungene Integration mit sich bringt. Altahan ist nicht sein erster Auszubildender, der aus einem Kriegsgebiet nach Deutschland geflohen ist. „Yazan ist ein angenehmer Lehrling der eine äußerst liberale Einstellung mitbringt, etwas anderes ginge in meinem Laden auch gar nicht, denn bei mir sind viele Nationaltäten angestellt sowie Männer und Frauen gleichermaßen.“

Der junge Mann bestätigt dies: „Auch wenn ich Muslim bin, akzeptiere ich die Gepflogenheiten hier in Deutschland, zum Beispiel spielt es für mich keine Rolle, ob eine Frau Kopftuch trägt oder nicht.“ Dunkl setzt diesen Auszubildenden vorwiegend in seinem kürzlich eröffneten Barbershop in Wertingens Mitte ein, denn er bescheinigt seinem Schützling, „einen guten Blick für Männer mit Bart.“

Seine Motivation, von insgesamt sieben Azubis einen syrischen Flüchtling einzustellen, erklärt er so: „Die Politik hat uns die Menschen ins Land geholt, jetzt sind sie da und deshalb ist es meiner Meinung nach eine Aufgabe der Gesellschaft, diese Menschen zu integrieren.“ Würde man das ignorieren, würde man es nur noch schlimmer machen, als es mancherorts ohnehin schon sei, ist Dunkls Meinung. Altahan ist nach Einschätzung des Fachmanns trotz Sprachbarrieren in der Lage, die immer komplexer werdenden Themen in seinem Metier zu erfassen, zum Beispiel in Sachen Haarfärbemittel. „Auch wenn er noch an seinem Deutsch arbeiten muss, spricht er schon beachtlich gut, außerdem hat er eine schnelle Auffassungsgabe.“ Der junge Mann versteht es, mit Charme und Humor die Menschen für sich zu gewinnen, auch seinen Chef, wenn der ihn mal wieder ermahnt, doch pünktlich zum Arbeitsbeginn zu erscheinen. „Sein einziges Manko“, sagt Dunkl dazu.

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