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20181016 napoleonstanneMit Musik vom Saxophonquartett der Wertinger Musikschule, guten Worten und Wünschen bedachte man die „kleine Napoleonstanne 2“ an ihrem neuen Standort, auf der Anhöhe im Osten von Gottmannshofen.

Betriebshofmitarbeiter der Stadt setzten gemeinsam mit Gartenbau Reiter zuvor den schön gewachsenen Baum gleich neben seinem großen Namensgeber, der geschichtsträchtigen „Napoleonstanne“.

Wie mehrfach berichtet, ist der 103 Jahre alte Baum abgestorben, der trockene Sommer gab dem Baumdenkmal den Rest. Es war der Wunsch von Bürgermeister Willy Lehmeier, nun das neu gepflanzte „Wahrzeichen“ der Stadt mit einer kleinen Feier zu würdigen. Gekommen waren neben Stadträten und Mitarbeitern des Betriebshofs auch Gabriele Bschorr vom Betrieb Garten Reiter, die das Neuanpflanzen fachlich begleitet hat sowie Schüler und Lehrkräfte des Wertinger Gymnasiums. Die Schüler des Gymnasiums spendeten für den Erwerb der neuen Tanne 2 000 Euro. Schülersprecher Maximilian Gross erklärte stellvertretend für seine Schulkameraden der SMV (SchülerMitVerantwortung), woher das Geld stammt und warum man das neue Anpflanzen der Küstentanne mitfinanziert hat: „Wir möchten den Umweltschutz stärken und helfen, dass der Weltklimarat seine aktuell gesetzte Zielmarke, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen, erreichen kann.“

Dafür gründeten die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung ihrer Lehrer für Biologie und Chemie, Ingrid Abenthum-Glaser und Harald Glaser, bereits vor fünf Jahren das Projekt „Atmosfair“. Dieses schlägt vor, für 100 zurückgelegte Kilometer mit Auto, Bus, oder Bahn einen Euro als Klimabeitrag zu spenden. „Das gesammelte Geld verwaltet die SMV und gibt es für CO2-kompensierende Projekte aus. So kamen auch die 2 000 Euro für die neue Küstentanne zusammen.“

Bürgermeister Lehmeier dankte den Jugendlichen außerordentlich für deren Engagement und drückte seine Freude über die großzügige Spende aus. „Ihr habt dazu beigetragen, dass die neue Napoleonstanne 2 jetzt hier stehen und wachsen kann.“ Lehmeier dankte aber auch den Männern des Betriebshofs, die laut Lehmeier, „…ja die Hauptarbeit in den letzten Tagen erledigt haben.“ Zum Stadtrat Ludwig Klingler gewandt, sagte das Stadtoberhaupt mit Schmunzeln: „Unser Umweltreferent hat es ja häufiger mit dem Ummachen von Bäumen zu tun, heute ist es mal umgekehrt.“ Klingler sprach von vielen Emotionen bezüglich der alten Napoleonstanne: „Ich erhielt viele mehr oder weniger gute Vorschläge bezüglich des Baums, musste mir aber auch  Beschimpfungen anhören, doch neben all dem und der Berücksichtigung der Historie des Baums wünsche ich, dass die neue Küstentanne zum Frieden animiert und dass sie nicht „nur“ 113 Jahre an diesem Ort stehen kann, sonder weit darüber hinaus.“

Gabriele Bschorr und Betriebshofchef Johannes Deisenhofer betonten, wie wichtig es nun sei, den neu gesetzten Baum zu gießen. Für den im Durchschnitt zwei Meter großen Ballen der sechs Meter hohen Tanne mischte Garten Reiter wegen des extrem trockenen Bodens ein spezielles Substrat. „Um das Gießen in der nächsten Zeit kümmern wir uns“, beteuert Deisenhofer. Ist die Küstentanne erst mal gut eingewachsen, sei sie gut gewappnet gegen höhere Temperaturen und trockene Sommer.

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