Wertingen

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20181031 lottoladenIn „Richie’s Lottoladen“ geben sich die Kunden die Klinke in die Hand, die Wertinger schätzen den kleinen Laden in der Hauptstraße im Zentrum der Zusamstadt.

Es herrscht ein Kommen und Gehen an sechs Tagen in der Woche, von morgens bis abends. Außer am Samstag, da schließt der neue Betreiber des alteingeführten Ladens um 12.30 Uhr.

Seit November 2017 steht Riyad George dort hinterm Verkaufstresen und hat ein paar neue Serviceleistungen für seine vielschichtige Kundschaft eingeführt: „Ich verkaufe neben den Zeitschriften und gängigen Tabakwaren jetzt auch Kaffee, Getränke und Süßes, außerdem biete ich Shishatabakwaren an.“ Die Annahme von Textilien für eine Reinigung hat er um die Paketannahme für Hermes sowie einer Schuhreparatur erweitert.

„Riyad“ George nennt sich gern „Richie“, der Einfachheit halber, wie er selbst sagt. Denn in einem früheren Leben wuchs er als Kind mit dem Familiennamen „Riyad Ölkü“ auf. „Meine Großeltern, meine Eltern und meine Familie sind Aramäer und gehören der syrisch-orthodoxen Kirche an, diese Glaubensrichtung wird in der Türkei, wo ich 1969 in Südostanatolien geboren bin, nicht anerkannt.“ Man habe schon seine Großeltern gezwungen, den aramäischen Namen „Corc“ (gesprochen: Tschortsch) in Ölkü zu ändern. Erst viele Jahrzehnte später wechselten die Familienmitglieder von Riyad „Ölkü“ 2007 den ursprünglichen aramäischen Namen „Corc“ in das europäische „George“. „Dabei ist es bis heute geblieben“, sagt George und lächelt zufrieden.

Als er Ende 2017 den kleinen Wertinger Laden übernahm, hat der gläubige und engagierte Christ eine wechselhafte Lebensgeschichte hinter sich gebracht. „Mein Vater ging als Gastarbeiter nach Wien und holte 1976 meine Mutter, mich und meine Geschwister nach.“ Seine Schulzeit und die Ausbildung zum Restaurantfachmann schloss George, damals „Ölkü“, dort ab und wollte dann im europäischen Ausland seinen weiteren Lebensweg gehen. „Doch während einer Feier in Augsburg bei Verwandten lernte ich 1989 meine Frau kennen, ich blieb in Augsburg, wir heirateten und nach und nach kamen unsere drei Kinder zur Welt.“ Im Zuge der langjährigen Erfahrungen in der Gastronomie betrieb George auch für einige Zeit die Augsburger FCA-Sportgaststätte in der Donauwörther Straße. „Ich liebe meinen Beruf, doch der Stress und die Belastungen sind enorm.“ Krankheitsbedingt musste er sich 2007 gezwungenermaßen entscheiden, erst mal Hausmann zu sein. „Das war völlig in Ordnung, doch nach einigen Jahren – die Kinder waren aus dem Haus und meine Frau ging auch arbeiten – fehlte mir der Kontakt zu den Menschen“, sagt George rückblickend.

Ein beauftragter Makler fand den Laden in Wertingen. „Glück gehabt“, bezeichnet George heute die Tatsache, in Wertingen seinen neuen Lebensabschnitt in Sachen Arbeit gefunden zu haben. „Das Leben hier in Wertingen in dem kleinen Lottoladen gefällt mir sehr gut, die kleine Stadt finde ich wunderschön, die Kirche der Stadt beeindruckt mich und die Leute sind alle sehr nett“, schwärmt George. Dass er täglich zwischen Augsburg und Wertingen pendelt, stört ihn nicht: „Ich liebe Augsburg, dort fühlen sich meine Frau Leyla und meine Familie Zuhause.“ Beide Städte seien für ihn Ruhepole, das unterstütze ihn, sein Engagement als Jugendvorstand im Bundesverband der syrisch-orthodoxen Kirche, für deren Kirchenvorstand in Augsburg und die Hilfen für das Land Indien aufrecht zu erhalten.

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