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Rathaus Wertingen

20181204 unternehmerfahrtBereits zum 6. Mal in Folge besuchten Wertinger Stadträte wie jedes Jahr heimische Betriebe. Inzwischen sei diese Unternehmertour zur guten Tradition geworden, erwähnte Vize-Bürgermeister Johann Bröll, der die Stadträte begleitete, während Bürgermeister Willy Lehmeier zur selben Zeit die französische Partnerstadt Fère besuchte, um dem 100-jährigen Ende des ersten Weltkrieges zu gedenken.

Ferner begleiteten Wirtschaftsreferent Alfred Schneid sowie Geschäftsleiter Dieter Nägele die Delegation des Stadtrates.

Claudia und Werner Hambach sowie Ulrich Kempter-Kaim begrüßten als Erste die zehnköpfige Delegation. Der junge Steinmetzmeister Kempter-Kaim übernahm erst im Januar den alteingesessenen Steinmetzbetrieb der Hambachs, was Bröll begrüßte: „Wir freuen uns, dass diese Übergabe so gut geklappt hat.“ Kempter-Kaim erklärte, er achte wie seine Vorgänger darauf, „nur zertifizierte Steine oder Steine aus deutscher Produktion anzubieten.“ So vermeide er, Produkte aus Kinderarbeit zu verkaufen. Die Stadträte besichtigten mit ihm nicht nur Ausstellung und Werkstatt, sondern auch die Bildhauerwerkstatt. Rund fünfzig Prozent des Umsatzes würden über Grabsteine erarbeitet: „Den Rest erwirtschaften wir mit Aufträgen für Bäder, Treppen oder spezielle Bildhauerarbeiten.“ Er profitiere vom hauptsächlich regionalen Kundenstamm, den er von Werner Hambach übernehmen konnte, so Kempter-Kaim. Der junge Unternehmer, der weiterhin von Claudia Hambach in der Verwaltung und im Verkauf unterstützt wird, ist sehr zufrieden mit dem Wertinger Standort: „Ich kann nicht über eine schlechte Auftragslage klagen.“ Er wolle ein regional ansässiger Betrieb bleiben und er hoffe, die derzeit ausgeschriebene Lehrstelle noch besetzen zu können. „Denn auch bei uns herrscht ein Mangel an Fachkräften.“

Der zweite Besuch führte die Stadträte zum Betrieb von Winfried Struthmann und seinem Sohn Daniel. Seit 29 Jahren führe man nun schon „Haustechnik Struthmann“ am Standort Wertingen, erklärte der Seniorchef. „Erst in der Augsburger Straße, dann in der Industriestraße und seit Februar hier im neuen Gebäude in der Geratshofener Gewerbestraße.“ Der Betrieb habe jetzt eine Fläche von rund 2 000 Quadratmeter, biete ein großes Lager im Obergeschoß und angenehme Aufenthaltsräume für die Beschäftigten. „Der Betrieb ist nach neuesten Standards errichtet“. Derzeit beschäftigt Struthmann 16 Mitarbeiter und vier Auszubildende. Die Angebotspalette der Struthmanns umfasst alle Spengler- und Sanitärarbeiten sowie Heizungsinstallationen und Wärmepumpen. „Wir wollen ein regionaler Betrieb bleiben“, betonen Vater und Sohn. Bröll lobte die Entwicklung des Unternehmens: „Der Erfolg liegt in der Person Winfried Struthmann selbst, die Menschen wissen, wenn man ihn ruft, dann kommt er auch.“ Weiter freue es ihn, dass es auch für diesen Betrieb gesichert sei, in die nächste Generation überzugehen. „Firmen wie diese sind die große Stärke von Wertingen und bringen auch die Stadt voran.“

Die scherzhaft gemeinte Äußerung Brölls, hier sei doch vielmehr „Aufbauhilfe West“ geleistet worden, galt Ronny Gantze und seiner Frau Pia. Die beiden standen als dritte Position auf der städtischen Besucherliste. Gantze verbrachte seine Kindheit und Schulzeit noch in der ehemaligen DDR und kam mit dem Fall der Mauer in den sogenannten Westen. Der ausgebildete Ergotherapeut Ronny Gantze leitet seit 2007 mit seiner Frau auf dem Gelände des Wertinger Krankenhauses und seit 2016 in der Industriestraße ein Zentrum für Gesundheitssport sowie Ergo-, Physio- und Rehamaßnahmen, eine Akutpraxis und ein über Wertingen hinaus bekanntes Kältetherapiezentrum. Gantze habe laut Bröll in der Zusamstadt ein Unternehmen gegründet, „was es so hier noch nicht gegeben hat“. Mit seinen beeindruckenden Angeboten und Investitionen hole er neue Besucher in die Stadt. Nach der Gründung des Gesundheitszentrums in Wertingen, habe er dieses kontinuierlich erweitert. „Bei uns sind alle Bereiche miteinander vernetzt“, erklärt Gantze eines der vielen gut durchdachten und organisierten Systeme seines Unternehmens. Jeder erhalte ein Chipband, auf dem alle Informationen gespeichert sind. „Dieses Band ermöglicht für die Mitglieder und Patienten ein selbstständiges Anmelden an allen Geräten und Einrichtungen.“ Mit Martin Klaus und Florian Kempter habe er kompetente und engagierte Fachkräfte, die zusammen mit weiteren 38 Mitarbeitern den Betrieb auf insgesamt knapp 2 000 Quadratmetern optimal am Laufen halten.

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