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Rathaus Wertingen

20190527 dr mueller gerdEs passiert nicht alle Tage, dass ein Bundesminister sich nach Wertingen verirrt, doch einer fand den Weg in die Fair-Trade-Stadt Wertingen: Entwicklungsminister Dr. Gerhard Müller.

Sein erster Gang in Wertingen führte den CSU-Mann in den Wertinger Weltladen, in dem auch Stadtrat Anton Stegmair als Mitglied im Trägerverein „Solidarität für eine Welt“ aktiv ist. „Während eines Gesprächs in unserer Fair-Trade-Gruppe über die Unterstützung einer Schule in Indien, kam die Idee auf, hierzu den Entwicklungsminister einzuladen“, so Stegmair. Er nutzte seine Kontakte zu MdB Ulrich Lange, den er, wie er selbst sagt, schon seit Kindertagen kennt. Lange begleitete den Minister und erklärte seinerseits: „Wertingen ist für die Bewusstseinsbildung „Fair Trade“ ein Vorbild.“ Bürgermeister Willy Lehmeier äußerte sich respektvoll über den Besuch und das Engagement des Ministers: „Es ist eine Ehre für die Stadt, dass sich Dr. Gerd Müller Zeit nimmt, zu uns zu kommen, außerdem passt der Gedankenaustausch derzeit sehr gut im Hinblick auf die Bewegung „Friday für Future“, das gehört gewissermaßen zum Themenkomplex des Ministers.“ Lehmeier zeigte sich begeistert über dessen Engagement: „Er arbeitet in seinem Bereich Wirtschafts- und Entwicklungshilfe gegen große Widerstände an und versucht beharrlich, seine Ansätze politisch voranzubringen.“

Lehmeier begrüßte den Minister nach dessen Abstecher im Weltladen im Saal des Wertinger Schlosses, wo dieser auch von Schulkindern aus der Mittel- und Realschule, vom Gymnasium und von der Montessorischule erwartet wurde. Alle Wertinger Schulen betreiben Fairhandelsgruppen.

Die Mädchen und Buben hatten viele offene Fragen an den Minister, so zum Beispiel, ob er mit seiner Arbeit zufrieden sei? „Ja, das bin ich, weil es Sinn macht, Kindern in anderen Ländern zu helfen“, so Müller. „Wir hier leben auf der Sonnenseite im Gegensatz zu so vielen andere Ländern“, erklärte er, „viele Kinder müssen für das Einkommen der Familie arbeiten.“ Das und die Preispolitik wolle er ändern: „Wir müssen faire Preise für Bananen, Kaffee oder Schokolade bezahlen, so dass die Produzenten davon leben können“. Müller sprach auch vom Klimawandel, wie man ihn bei uns bereits bemerkt und wie dieser sich in afrikanischen Ländern auswirkt. „Zum Beispiel in Somalia oder im Tschad hat es seit mehr als drei Jahren nicht mehr geregnet.“ Haben die Menschen dort keine Existenz mehr, „beginnen sie dahin zu wandern, wo sie glauben, dass es ihnen besser geht, das sind dann die Klimaflüchtlinge“. Jeder von uns könne und müsse mit eigenem Verhalten dazu beitragen, dies positiv zu ändern. Müller kommt von einem zum anderen Thema, vom Klimaschutz über die Bildung in den Entwicklungsländern bis hin zum globalen Problem Müll. Als er gefragt wird, welchen Beitrag jeder Einzelne leisten kann, um die Umwelt global zu verbessern,  antwortet er: „In vielen Berufen – auch in meinem – kann man auf Reisen nicht verzichten, aber man kann seine eigene Klimabilanz verbessern und zum Beispiel in Zertifikate für Waldaufforstung investieren.“ Außerdem achte er darauf, keine Produkte zu verwenden, die Palmöl enthalten, denn die Palmölproduktion befördere nicht nur Monokulturen, sondern auch das Abholzen des lebensnotwendigen Regenwaldes. „Unser Leben hier hängt auch davon ab, ob wir den Regenwald erhalten können.“

Der Minister berichtete über ein Projekt, das er den „Grünen Knopf“ nannte: „Das ist ein Siegel für fair produzierte Bekleidung, dafür habe ich jahrelang gekämpft.“ Dieses Siegel solle sicherstellen, dass die Menschen in den Entwicklungsländern unter fairen Bedingungen arbeiten und eine faire und gerechte Entlohnung erhalten. „Das möchte ich gerne auf andere Lieferketten ausbauen“, so Müller.

Der Minister bezeichnete gerade uns Deutsche als Müllweltmeister: „Müll ist ein großes Problem, hier kann die Politik nur mit moderner Technologie antworten.“ Die Schüler wollten auch wissen: „Was passiert mit der indischen Partnerschule, wenn sie nicht mehr von uns unterstützt werden würde?“ Hier drohte der Minister mit einem „Aufstand“, würde ihm der Finanzminister Olaf Scholz seinen Etat kürzen: „Ein zentrales Thema der deutschen Entwicklungspolitik sind Schulen und die Ausbildung der Kinder.“ Müller weiter: „Eure schulische Ausbildung ist eure Zukunft und eure Ausbildung und euer Beruf, sind euer Leben!“

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